Klima-Splitgerät als Heizung: Vorteile, Kosten & Förderung 

Kann ein Klima-Splitgerät als Heizung genutzt werden? 

Erfahren Sie alles über Luft-Luft-Wärmepumpen, Kosten, Stromverbrauch, Förderung, Vor- und Nachteile sowie den Einsatz im Altbau. 

Klima

Klima-Splitgerät als Heizung: Die unterschätzte Wärmepumpe

Viele Hausbesitzer kennen Split-Klimaanlagen ausschließlich zum Kühlen im Sommer. Was viele jedoch nicht wissen: Ein modernes Klima-Splitgerät ist technisch eine Luft-Luft-Wärmepumpe und kann Wohnräume äußerst effizient beheizen. 

Gerade im Zuge steigender Energiepreise und der Energiewende werden Luft-Luft-Wärmepumpen immer interessanter – insbesondere als Ergänzung zu Gas- oder Ölheizungen oder in gut gedämmten Gebäuden.


Was ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe?

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme und gibt diese über ein Innengerät direkt an die Raumluft ab.

Im Sommer funktioniert der Prozess umgekehrt:

  •  ❄️ Kühlen im Sommer 
  •  🔥 Heizen im Winter 
  •  🌡️ Entfeuchten der Raumluft 

Genau deshalb werden diese Geräte häufig als Split-Klimaanlagen, Inverter-Klimageräte oder Klima-Splitgeräte bezeichnet. Technisch handelt es sich jedoch um dieselbe Wärmepumpentechnologie. 


Wie effizient ist ein Klima-Splitgerät?

Der große Vorteil gegenüber einem elektrischen Heizlüfter:

Während ein Heizlüfter aus 1 kWh Strom lediglich 1 kWh Wärme erzeugt, liefert eine Luft-Luft-Wärmepumpe häufig das Drei- bis Vierfache.

Typische Jahresarbeitszahl (JAZ):

  •  Heizlüfter: 1
  •  Luft-Luft-Wärmepumpe: 3 bis 4


Das bedeutet:

Aus 1 kWh Strom entstehen etwa 3–4 kWh Heizenergie. 


Vorteile einer Luft-Luft-Wärmepumpe

1. Geringe Investitionskosten

Im Vergleich zu einer Luft-Wasser-Wärmepumpe sind Splitgeräte deutlich günstiger.

Je nach Gebäude liegen die Kosten häufig zwischen:

  •  Einzelraum: ca. 2.000–4.000 € 
  •  Mehrere Räume (Multisplit): ca. 6.000–12.000 € 


2. Schnelle Installation

Es werden keine Heizkörper, Rohrleitungen oder Pufferspeicher benötigt.

Meist reicht:

  •  Außengerät 
  •  Wanddurchführung 
  •  Innengerät 

Die Installation ist häufig innerhalb eines Tages abgeschlossen.


3. Heizen und Kühlen

Ein großer Pluspunkt:

Ein einziges Gerät übernimmt:

  •  Heizung 
  •  Klimaanlage 
  •  Luftentfeuchtung 

Gerade bei zunehmend heißen Sommern wird dieser Vorteil immer wichtiger.


4. Ideal in Kombination mit Photovoltaik

Besitzen Sie bereits eine Photovoltaikanlage, kann der selbst erzeugte Strom direkt zum Heizen genutzt werden.

Dadurch sinken die Heizkosten erheblich.


5. Gute Lösung im Altbau

Viele Altbauten verfügen über:

  •  Gasheizung 
  •  Ölheizung 
  •  Nachtspeicheröfen 

Hier kann ein Splitgerät die bestehende Heizung sinnvoll ergänzen.

Vor allem in der Übergangszeit übernimmt die Wärmepumpe den größten Teil der Heizlast, während die vorhandene Heizung nur an sehr kalten Tagen einspringt. 


Nachteile einer Luft-Luft-Wärmepumpe

Natürlich besitzt die Technik auch Grenzen.

Keine Warmwasserbereitung


Ein Splitgerät erwärmt ausschließlich die Raumluft.

Für Warmwasser wird zusätzlich benötigt:

  •  Brauchwasser-Wärmepumpe 
  •  Durchlauferhitzer 
  •  bestehende Heizungsanlage 


Luftbewegung

Die Wärme wird über Luft verteilt.

Manche Menschen empfinden den Luftstrom als weniger angenehm als klassische Heizkörper oder Fußbodenheizung.


Geräuschentwicklung

Sowohl Innen- als auch Außengeräte erzeugen Betriebsgeräusche.

Moderne Geräte arbeiten zwar sehr leise, dennoch sollte der Aufstellort sorgfältig gewählt werden.


Regelmäßige Wartung

Filter sollten regelmäßig gereinigt werden.

Dadurch bleibt:

  •  die Effizienz erhalten 
  •  die Luftqualität hoch 
  •  der Stromverbrauch niedrig. 


Wann lohnt sich ein Klima-Splitgerät?

Besonders geeignet ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe für:

✅ gut gedämmte Einfamilienhäuser

✅ Ferienhäuser

✅ Dachgeschossausbauten

✅ Büros

✅ Wohnungen

✅ Gebäude mit Photovoltaik

✅ Ergänzung zu Gas- oder Ölheizungen

Weniger geeignet ist sie dagegen als alleinige Heizung in unsanierten Gebäuden mit sehr hoher Heizlast. 


Gibt es eine Förderung?

Ja – allerdings gelten bestimmte Voraussetzungen.

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe kann im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig sein, wenn sie als primäres Heizsystem dient, auf der BAFA-Liste steht und einen wesentlichen Teil der Gebäudeheizlast übernimmt. Einzelne Split-Klimageräte zur reinen Zusatzheizung erfüllen diese Voraussetzungen in der Regel nicht. 

Vor der Anschaffung sollte daher immer geprüft werden, ob die geplante Anlage die Förderkriterien erfüllt.


Fazit: Klima-Splitgeräte sind mehr als nur Klimaanlagen

Luft-Luft-Wärmepumpen sind eine interessante Alternative oder Ergänzung zu klassischen Heizsystemen. Sie überzeugen durch geringe Investitionskosten, hohe Effizienz und die Möglichkeit, im Sommer gleichzeitig zu kühlen.

Besonders wirtschaftlich werden sie in gut gedämmten Gebäuden oder in Kombination mit einer Photovoltaikanlage. Wer jedoch Warmwasser erzeugen möchte oder ein unsaniertes Haus mit hoher Heizlast besitzt, sollte das Gesamtsystem sorgfältig planen.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann man mit einer Split-Klimaanlage im Winter heizen?

Ja. Moderne Split-Klimageräte arbeiten als Luft-Luft-Wärmepumpen und können auch bei niedrigen Außentemperaturen effizient heizen. 

Wie hoch ist der Stromverbrauch?

Je nach Gebäude und Außentemperatur erzeugen moderne Geräte aus 1 kWh Strom etwa 3 bis 4 kWh Wärme. 

Ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe im Altbau sinnvoll?

Ja, insbesondere als Ergänzung zu einer bestehenden Gas- oder Ölheizung oder in teilweise sanierten Altbauten mit Photovoltaik. 

Benötigt eine Luft-Luft-Wärmepumpe Heizkörper?

Nein. Die Wärme wird direkt über die Raumluft verteilt.